Kampen ist eine historische Hansestadt in der Provinz Overijssel im zentralöstlichen Teil der Niederlande. Am Ufer der IJssel, unweit von Zwolle gelegen, ist sie bekannt für ihre wunderschön erhaltene mittelalterliche Altstadt und ihr reiches kirchliches Erbe. Eine ihrer bedeutendsten Kirchen ist die Broederkerk, deren Orgel eine lange Geschichte hat.
Das älteste Instrument der Broederkerk wurde um 1620 von Jan Morlet II. erbaut und im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts mehrfach umgebaut und erweitert, unter anderem von Albertus Hinsz und Vertretern der Schnitger-Tradition. Nach der Umgestaltung des Kircheninneren im Jahr 1811 errichtete Albertus Johannes van Gruisen aus Leeuwarden eine neue Orgel. Ihr elegantes Gehäuse wurde 1821 fertiggestellt und enthielt mehrere Register älterer Instrumente.
Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde die Orgel wiederholt erweitert und modernisiert. Zwier van Dijk erweiterte das Gehäuse 1882, und 1911/12 überarbeitete Jan Proper das Instrument umfassend. Er fügte ein pneumatisches Pedalwerk hinzu, überarbeitete das Oberwerk und erweiterte das Register im Stil der Spätromantik. Weitere klangliche Veränderungen folgten 1938 und 1960, die den jeweiligen Zeitgeschmack widerspiegelten.
Zwischen 1989 und 1993 fand eine umfassende Restaurierung statt, geleitet vom Wunsch, zu einem ästhetischen und technischen Konzept zurückzukehren, das dem des frühen 20. Jahrhunderts näherkam. Ein drittes Manual wurde hinzugefügt, das lange Zeit nicht genutzte Rugpositief-Gehäuse wieder in Betrieb genommen und das pneumatische Pedal durch ein mechanisches ersetzt. Die interne Anordnung der Werke wurde neu organisiert, und Pfeifen aus verschiedenen Epochen wurden sorgfältig restauriert oder rekonstruiert. Das Instrument wurde am 31. März 1993 von dem Organisten Henk van Putten wieder eingeweiht.
Das Onderpositief-Werk befindet sich im unteren Bereich der Orgel, direkt hinter dem Spieltisch, beidseitig des Gehäuses. An den Gehäuseseiten befinden sich durchbrochene Schallöffnungen, die den Klang seitlich ausbreiten und so einen räumlichen Eindruck erzeugen. Dieses Werk enthält das älteste Pfeifenwerk des Instruments.
Der Tonumfang der Klangbeispiele wurde in den Manualen von C-f3 (C2-F6) auf C-a3 (C2-A6) und im Pedal von C-d1 (C2-D4) auf C-f1 (C2-F4) erweitert.
Trotz zahlreicher Umbauten ist ein Teil des historischen Pfeifenwerks erhalten geblieben. Zusammen mit sorgfältig rekonstruiertem Material ergibt sich ein harmonischer und farbenreicher Klang, der sowohl Musiker als auch Zuhörer begeistert.
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