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St. Margaret, München

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Die Neue Pfarrkirche St. Margaret ist eine große und wunderschöne Kirche im Münchner Stadtteil Sendling. Ihr geräumiger Innenraum und ihre elegante Architektur machen sie zu einer der beeindruckendsten Kirchen der Stadt. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts für die schnell wachsende Gemeinde erbaut und bildet einen Kontrast zur nahegelegenen historischen alten St. Margaretenkirche. Der imposante Innenraum bietet eine außergewöhnliche Akustik mit einer Nachhallzeit von bis zu 10 Sekunden. Auf der Westempore thront ein Instrument mit einer glanzvollen Geschichte, dessen markante 9,75 Meter lange Fassade mit Prospektpfeifen von über 10 Metern Gesamtlänge dominiert wird.

Die Geschichte der Orgel reicht zurück bis zu einem Instrument aus dem Jahr 1915, das von der renommierten Münchner Orgelbauwerkstatt Nenninger & Moser gefertigt wurde. Mit 56 Registern auf drei Manualen und Pedal besaß sie überregionale Bedeutung. Tief verwurzelt in der spätromantischen Tradition, verkörperte sie gleichzeitig die Ideale der elsässischen Orgelreform – eine Verbindung von warmem, samtigem Klangfundament mit der für die Musik von J. S. Bach notwendigen Klarheit und Farbigkeit. Tragischerweise wurde das Instrument 1944 bei einem Bombenangriff schwer beschädigt. Ein Teilwiederaufbau mit 38 Registern wurde 1955 von Anton Schwenk abgeschlossen und später etappenweise von Wilhelm Stöberl (1970) und Johannes Führer (2002) erweitert.

Obwohl diese sukzessiven Erweiterungen klanglich wertvoll waren, beeinträchtigten sie schließlich die interne Struktur und erschwerten Klangprojektion und Wartung. In den Jahren 2019–2020 unternahm ein gemeinsames Team der Münchner Orgelbauwerkstatt Kaps und der Bonner Orgelbauwerkstatt Klais eine umfassende Überholung des Instruments. Die gesamte Orgel wurde baulich von der feuchten Westwand wegversetzt um die Belüftung zu optimieren, die Stimmung gegen Temperaturschwankungen zu stabilisieren und eine klare Struktur wiederherzustellen, die die ursprünglichen, visionären Klangkonzepte von 1915 wiederbelebte.

Heute umfasst das Instrument 74 Register (im Sampleset erweitert auf 76), verteilt auf fünf Werke: Hauptwerk, Positiv, Schwellwerk, Auxiliarwerk und Pedal. Diese reiche Disposition ermöglicht eine immense Vielfalt an Registrierungsmöglichkeiten und macht die Orgel äußerst vielseitig.

Das Instrument ist in einer einzigartigen, nicht-equal Stimmung gestimmt die speziell von Klais entworfen wurde. Architektonisch und akustisch befindet sich das schwebende Auxiliarwerk im oberen linken Bereich des Gehäuses und erzeugt eine wunderbar distanzierte Klangperspektive. Es besteht aus drei Hauptregistern: Seraphonflöte 8′, Aliquote II 2 2/3′ und Tromba magna 16′ (wobei die Trombapfeifen vertikal und nicht en chamade stehen). Die Seraphonflöte 4′ und 2′ sind Erweiterungen des 8′-Registers, die Tromba 8′ und 4′ hingegen Erweiterungen des 16′-Registers. Das Cornett-Register zieht automatisch die Seraphonflöte 8′, 4′, 2′ und das Aliquote II. Drei Trombas dieser Division sind standardmäßig dem Pedal zugeordnet, um die Flexibilität zu erhöhen.

Die Klarinette 8′ im Positiv ist ein Zungenregister mit eigenem Pedal zur Steuerung der Windzufuhr.

Der majestätische Majorbass 32′ nutzt die beeindruckenden Prospektpfeifen, mit Ausnahme der beiden tiefsten Töne, die sich an den Außenseiten des Orgelgehäuses befinden.

Im realen Instrument sind einige entlehnte Register und erweiterte Funktionen (wie das separate Aliquote II-Register und spezielle Koppeln) nur über ein kleines LCD-Panel zugänglich. Für eine einheitliche und nahtlose Benutzererfahrung im Sample-Set wurden diese Funktionen in dedizierte Registerzüge umgewandelt. Dazu gehören HW Grossprincipal 32′, HW Violon 16′, SW Contra gamba 16′, P Untersatz 32′, P Grossbordun 32′ und P Violquinte 10 2/3′. Während der reale Untersatz 32′ und Grossbordun 32′ akustisch vom 16′ Subbass und Zartbass abgeleitet sind, enthält das Sample-Set einen unabhängigen Untersatz 32′, der vom Subbass 16′ abgeleitet ist.

Das Sample-Set verfügt über eine dedizierte „Auxiliar“-Registermatrix, die die unabhängige Zuweisung jedes Registers zu jeder beliebigen Tastatur ermöglicht – eine Funktion, die vollständig in das Kombinationssystem integriert ist, jedoch aus Gründen der Einfachheit in der Crescendo-Programmierung weggelassen wurde. Während die Originalkonsole über drei Manuale und Pedal verfügt, ermöglicht das virtuelle Instrument die direkte Zuweisung des Auxiliarwerks zu einem vierten Manual, sofern verfügbar.

Der Tonumfang des Samplesets wurde in den Manualen von C-g3 (C2-G6) auf C-c4 (C2-C7) und im Pedal von C-f1 (C2-F4) auf C-g1 (C2-G4) erweitert.

Die Orgel von St. Margaret ist ein herausragendes Beispiel symphonischen Orgelbaus und genießt hohes Ansehen unter Organisten. Mit ihrem kraftvollen Fundament, dem transparenten Oberwerk und dem großen Tonumfang eignet sie sich hervorragend sowohl für komplexe polyphone Musik als auch für die Ausdruckskraft des romantischen Repertoires.

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